Das Entstehen unserer Permakultur

Wir berichten hier von unseren Fortschritten, eine brandenburgische Steppenlandschaft in einen Waldgarten zu verwandeln, der ganzjährig Blüten, Früchte und Grün zur Verfügung stellt.

Einige Freiwillige begleiten uns dabei seit Januar, was uns viel Freude macht – und alles schneller voranbringt.

Für 2021 steht ein tolles großes Projekt im Fokus: wir bauen ein Gewächshaus aus alten Fenstern als Orangerie! Außerdem wollen wir erstmalig Ahornsirup erzeugen, ganz klassisch wie in den kleinen Waldhütten in Kanada. Waldmeister und Walderdbeeren werden sich „im Wald“ zur Knoblauchsrauke und dem omnipräsenten Giersch gesellen, im Herbst kommen u.a. noch Veilchen und Bärlauch dazu.

2021 gehen wir gefühlt alle Projekte gleichzeitig an. Die Hühner haben eine Streuobstwiese als Auslauf bekommen und genießen das in vollen Zügen. Eine Henne sitzt gerade auf 10 Eiern, wir sind sehr gespannt, wie viele Küken bald schlüpfen! Wenn die dann aus dem gröbsten raus sind, ziehen im Sommer noch Wachteln bei uns ein.

Das Gewächshaus hat bereits eine passive Klimatisierung bekommen, dafür wurde auf 6x7m ein 1,5m tiefes Loch gebaggert, jede Menge Rohre verlegt – und alles von Hand wieder zugeschaufelt… Wer braucht schon ein Fitnessstudio? Nun folgen Fundament und Aufbau, die Fenster haben wir bereits in den kalten Wintermonaten geschliffen und gestrichen. Danach können endlich Bananen, Maracuja und Zitrusbäume einziehen.

Gut 50 Baby-Karpfen sind in unseren Teich eingezogen und müssen jetzt 4 Jahre lang gemästet werden – besser gesagt, sie futtern erstmal alles, was sich an Biotop so angesammelt hat. Essbare Wasserpflanzen wie Rohrkolben, Pfeilkraut, Lakritz-Kalmus und Chamäleonpflanze leisten ihnen Gesellschaft. Derweil hat unser Gemüsebeet einen 18-Felder-Wirtschaftsplan verpasst bekommen und eine große Portion Kompost soll die Erde nach und nach aufbessern. Hügelbeete, ein Keyhole-Hochbeet sowie zwei Paradies-Tunnel (umgeben von reifenden Kiwi und Maulbeeren) sind im Werden. Außerdem testen wir gerade Rezepte für Ahornblütensirup und Gierschpesto, während wir Sommerküche und Hofladenausbau planen…

Im Herbst dürfen wir dann das Ergebnis der Mühen ernten und verarbeiten und freuen uns schon, die mittlerweile 15 Apfelsorten zu verkosten. Es wird ein spannendes Jahr!

Der Winter 2019/2020 war deutlich feuchter; auch wenn dem Teich nach wie vor ein Meter Wasser fehlt, hat sich doch viel Natur erholt. Nach einem sehr trockenen April hat der Mai wieder etwas Regen gespendet. So trieben auf der halben Wiese schon im Februar zahlreiche Frühblüher, die sich letztes Jahr gar nicht gezeigt hatten – sehr schön (wenn auch größtenteils giftig)! Im Mai stand der Flieder in voller Blüte, und zum Juni zeigen sich die Rosen in voller Pracht.

Eigentlich sollten im Frühjahr 2020 mehrere Freiwillige zu uns auf den Hof ziehen, die Corona-Pandemie hat dem zunächst einen Riegel vorgeschoben. Daher ging es sowohl gärtnerisch als auch beim Dokumentieren etwas langsamer voran als eigentlich geplant. Aber das war ohnehin das Erste, was wir auf diesem Hof gelernt haben: Zeitpläne sind seeeehr relativ, Hauptsache es geht voran.

Im Frühjahr haben wir trotzdem das erste Dutzend Bäume gepflanzt, das die Basis unseres essbaren Waldes wird, und das gesamte Grundstück mit heimischen Sträuchern gesäumt (von der Berberitze über Sanddorn und Schlehe bis zum Holunder). Außerdem haben wir eine kleine Hütte zum Stall umgebaut, damit eine süße Schar Hühner einziehen konnte (natürlich Buntleger und seltene Rassen!). Zudem haben wir den Naturteich am Ende der Wiese noch tiefer graben lassen, um später Fische zu züchten, und 250 m² Gemüsebeet angelegt. Zum Herbst haben wir weitere 40 Obstbäume und nochmal gut 50 Sträucher eingesetzt, langsam nimmt der essbare Wald Form an!

2019: Jahr zwei haben wir dem Kampf gegen den Knöterich (und Teile des wilden Weins) gewidmet. Leider hatten sich sowohl Schlangenknöterich als auch japanischer Knöterich recht lange auf dem Gelände austoben können. Während wir den japanischen Knöterich auch als Rhabarber-Ersatz testen und ihn ansonsten mit unkaputtbarem Vlies abdecken, gilt beim Schlangenknöterich nur: konsequent entfernen, soweit möglich auch die metertiefen Wurzelmonster, auf alle Fälle aber immer das Grün. Wenn die Pflanze keine Photosynthese mehr vornehmen kann, geht sie nach ein paar Jahren auch ein, haben wir gelesen… Leider eine echte Sisyphus-Arbeit, aber die befreiten Bäume freuen sich!

Dem trockenen Sommer 2018 folgte ein genauso trockener Winter, die späten Fröste im Mai haben ihr Übriges getan: keine Äpfel, kaum Pflaumen, viele Kräuter haben kaum ausgetrieben. Wir wollen daher als Nächstes ein Bewässerungssystem installieren, damit der Regen besser gespeichert und verteilt wird.

Im ersten Sommer 2018 haben wir erstmal die fast mannshohe Wiese gemäht und die alten Obstbäume freigelegt. Die Masse der gut 100kg Äpfel haben wir zu Saft mosten lassen, und die Zwetschgen haben wochenlang Blechkuchen geliefert. Außerdem haben wir vier riesige Bäume gefällt, die nicht mehr gesund waren oder das Gebäude gefährdet haben.

Aus „essbarer“ Sicht sind wir schon zu Beginn reich beschenkt: Linde(nblüten), jede Menge (Un-)Kräuter wie Dost, Löwenzahn, Sauerampfer, Giersch, Gundermann, Knoblauchsrauke, Taubnessel, Postelein, Rosen, Taglilien, Schafgarbe oder Spitzwegerich, dazu wachsen Traubenkirsche, Holunder, Quitten, Blutpflaume uva. an unterschiedlichsten Stellen. Paradiesisch!